Petition abgeschlossen – Ein Etappenziel ist erreicht!

Nachdem wir Anfang April mit der Gülleeinleitung in den kleinen Zufluß zum Dorfbach durch den Neubesitzer der ehemaligen Schweinemastanlage in Stolpen konfrontiert wurden, beschlossen wir in der erst seit wenige Wochen bestehenden Bürgerinitiative „Keine-Schweinemast-in-Stolpen“: Davon müssen Alle erfahren!

Schnell war uns klar, dass wir viele Unterstützer brauchen, wenn wir unser Ziel „Keine-Schweinemast-in-Stolpen“ erreichen wollen.

Am 02.Mai 2019 brachten wir unsere Petition mit dem Ziel 2.000 Unterschriften in 2 Monaten einzusammeln auf den Weg und können nach Abschluß des von uns gesteckten Zeitrahmens feststellen:

Wir haben mit Hilfe vieler Unterstützer 2.102 Unterschriften gesammelt.

Dabei kamen 885 Unterschriften aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, aus unserem Postleitzahlbereich 01833 Stolpen haben 518 Bürger unsere Petition unterstützt.

Allen Unterzeichnern gebührt dafür ein großes DANKE!

In 470 Kommentaren, teils namentlich, teils anonym bekundeten die Unterzeichner Ihre Sicht auf unsere Initiative „Keine-Schweinemast-in-Stolpen“.

Gleich aus welchem Landesteil beispielhaft und stellvertretend die Unterstützer kamen:

            ob aus Hamburg oder aus Berlin,

            ob aus Wolfsburg oder aus Dresden,

            ob aus Nürnberg oder Düsseldorf,

            ob aus Leipzig oder Frankfurt am Main –

alle haben unsere Initiative aus ihrer Sicht befürwortet und ihre Erfahrungen und Bedenken mit der Massentierhaltung eingebracht.

Nachstehend eine willkürliche Auswahl aus den 470 Kommentaren:

Doreen L. aus Hamburg schrieb:Ich bin für ein generelles Verbot von Massentierhaltung – egal wo auf der Welt. Es ist einfach ein Klimakiller.“

Inge T. aus Sebnitz schrieb: „Tierschutz muss an vorderste Stelle!!! Die Massentierhaltung sind KZs für die wehrlosen Geschöpfe. Wann werden Tiere endlich als fühlende Lebewesen anerkannt?!! Endlich Abschaffung dieser Verbrechen!!!“

Katrin B. aus Mühlberg schrieb: „Maximalprofit auf Kosten der Tiere! Diese Masse an Tieren, das ist Wahnsinn und bewusste Tierquälerei! Die Schweine sind diesen Unmenschen schutzlos ausgeliefert. „Danke“, CDU, FDP und SPD und Frau Klöckner. Denen wünsche ich nur mal einen Tag unter diesen vielen Tieren, am besten im Kastenstand. Und dann noch 14 Tage „Praktikum“ in dem Schlachthof, der die Tiere abmurkst….“

Ronny K. aus Dresden schrieb: „Keine Steuergelder für Betriebe die den schnellen Gewinn im Blick haben und die unser Wasser mit Gülle/Nitrat/Antibiotika/ verseuchen, die Lebensgrundlage von Pflanzen und Tieren und letztendlich dem Menschen zerstören und damit gesamtgesellschaftlich dauerhafte Mehrkosten erzeugen. Dieses Gebiet ist schon mehr als ausreichend durch konventionelle, intensive Landwirtschaft belastet. Dies ist ein großer Rückschritt auf dem Weg zu einer dringend notwendigen Agrarwende. Nicht zu vergessen das Leid der Tiere die dort untergebracht sind.“

Rocco V. aus Stolpen schrieb: „Ist absolut nicht mehr zeitgemäß so eine Anlage zu erschaffen. Bin auch sehr skeptisch in Bezug auf die “ Entsorgung “ der Ausscheidungen dieser Tiere. Schon jetzt wird Dies unter dem Vorwand der Düngung, in viel zu hohem Maße von den Bauern auf Feldern und Wiesen “ entsorgt“. Eine Vergiftung der Böden mit Nitraten ist die Folge. “    

Zum gleichen Thema schrieb Heiko B aus Stolpen: „Ich atme gern! (Schutz unserer Atemluft vor z.T. kaum erträglicher Ammoniakbelastung) Schutz unseres Grundwassers vor Übergüllung der Felder – Verhinderung massenhaften Tierleides in meiner Stadt aus ethischen Gründen.“

Welche Auswirkungen die Gülleausbringung auf unsere Felder für unser aller Trinkwasser (gleich wo wir wohnen) bringt, brachte die Sendung KONTRASTE in der ARD bereits 2016 auf den Punkt:

https://www.rbb-online.de/kontraste/ueber_den_tag_hinaus/wirtschaft/Trinkwasser_durch_Ueberduengung_stark_gefaehrdet_.html

Wir können nicht wegschauen, wenn vor unserer Haustür ein Betrieb wiedereröffnet wird, von dem wir Anwohner hofften, dass dieser „Stein des jahrelangen Anstoßes (Gestank)“ abgerissen wird oder einer anderen wirtschaftlich sinnvollen Verwertung zugeführt wird.

Überall wird nach möglichen Gewerbeflächen für den Mittelstand gesucht. Hier gäbe es welche!

Weitere Kommentare:

Katja O. aus Dresden schrieb: „Ich bin seit 20 Jahren Vegetarierin und verachte zutiefst wie mit Tieren in Mastanlagen umgegangen wird und unter welchen Bedingungen sie leiden und nicht leben!!! In unserer Überflussgesellschaft ist es nicht notwendig auf Kosten der Tiere, Schnitzel usw. zu essen… dies alles trägt zu mehr Umweltverschmutzung und Krankheiten bei Mensch und Tier bei!“

Dorothea M. aus Radebeul schrieb: „Ich möchte keinen weiteren Ausbau der Massentierhaltung. Tiere die unter tierunwürdigen Bedingungen gehalten werden sind auch für den Verzehr von Menschen ungeeignet. Z.B weil sie mit Antibiotika behandelt werden und zur weiteren Verbreitung von antibiotikaresistenten Keimen führen.“

Überall wird Klimaschutz großgeschrieben. Unsere Kommentatoren bringen in Ihren Stellungnahmen in unserer Petition auch dieses uns alle betreffende Ereignis auf den Punkt:

Thomas L. aus Stolpen schrieb: „Es darf nicht sein, dass Futter aus der ganzen Welt (Sojabohnen) nach Stolpen gekarrt wird. Dort werden Schweine für den Export gezüchtet zu Lasten der Umwelt. Dann erfolgt der Export nach außerhalb Deutschlands. Nur >Gewinnstreben auf Kosten der Umwelt.“

Dr. Sebastian G. aus Pirna schrieb„Industrielle Tiermastanlagen lassen die Umweltschäden in der Region zurück, billiges Schweinefleisch ist eine ökologische und gesundheitliche Katastrophe!“

Kristina F.-G. aus Stolpen schrieb: „Tiertransporte durch das ganze Land sind unerträglich und sind nicht hinzunehmen! Umweltbelastung durch Massentierhaltung! Ausfuhr von Gülle auf Felder angrenzender Wohngebiete mit erheblichem Gestanke! Lärmbelastung Nitratbelastung im Grundwasser auch von Medikamenten!“

Die vorgenannte Auswahl an Kommentaren wäre nicht repräsentativ, wenn nicht auch ganz pragmatische Meinungen auszugsweise angeführt würden:

Ein Bürger aus Stuttgart schrieb: „Weil ich die Region als sehr ursprünglich mit hohem Wert für den Tourismus erlebe. Eine Schweinemast ist eine massive Einschränkung, tierethisch und geruchlich“

René G. aus Leipzig schrieb: „Wir machen hier in Heeselicht seit 10 Jahre Urlaub und sehen nicht ein, warum wegen dieser Gewinnerwartungen eines Einzelnen, der ganze Ort auch wegen ausbleibender Touristen Schaden nehmen soll – wegen der Umweltbelastungen, der zunehmenden Verkehrsbelastung, der Grundwassergefährdung etc.“

Matthias J. aus Niederfrohna schrieb: „Wir machen gerne in der Sächsischen Schweiz Urlaub und wollen, dass dies so bleibt. Wir kommen gerne dort hin.“

Ines H. aus Stolpen schrieb: „Es stinkt jetzt so schon genug. Muß ja nicht wieder wie zu DDR-Zeiten werden. Gesundheitliche Bedenken, wann läuft das nächste Mal Gülle in die Wesenitz?! Der Tourismus wird dadurch auch nicht gefördert, wenn es wieder auf der Burg dauerhaft stinkt!!!“

Ines Z aus Dresden schrieb: „Wir haben dort einen Erholungsgarten und wollen uns nicht im Schweinekotgeruch erholen müssen. Wie man im Zeitalter einer dringend notwendigen Agrarwende solche Entscheidungen treffen kann, ist mir völlig unverständlich. Ausländische Unternehmen, die in Ihrer Heimat schon zu hohe Auflagen haben, dürfen dann bei uns veraltete konventionelle Viehzucht betrieben? Solche Entscheidungsträger sehen nur kurzfristige Gewinne und haben definitiv nicht das Ganze im Blick. Sehr schade. Da wird dann auch kein Tourist mehr nach Stolpen kommen, wenn der Coselturm vom Schweinegeruch umhüllt ist.“

Alle Kommentare finden Sie auf der Petitionsseite (www.openpetition.de/Stolpen)

Dass wir mit unserer Petition, die wir im August 2019 Vertretern des Landratsamtes Sächsische Schweiz-Ostergebirge übergeben werden, richtig liegen, zeigen die immer öfter erscheinenden Berichterstattungen in den öffentlichen Medien (ARD, ZDF, arte). Es wird nicht mehr hingenommen: „Das war schon immer so.“ Der Druck auf die Politik muß erhöht werden, damit sich was ändert. Aber auch jeder Einzelne kann mit der Änderung seines Kaufverhaltens etwas zur Änderung beitragen. Wir dürfen nicht auf „die Anderen“ warten.

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